© vita-X AG 2012
Ein Unternehmen der CompuGroup Medical
 

Diagnose ADHS

Ursachen, die zu "ADHS" führen können, werden kontrovers diskutiert. Nach derzeitigem Kenntnisstand geht ein Großteil von Experten inzwischen aber davon aus, dass ?ADHS? ein multifaktoriell bedingtes Störungsbild darstellt. Das bedeutet, dass "ADHS" durch die gleichzeitige Wirkung verschiedener interner und externer Faktoren begünstigt wird. Eine erbliche (genetische) Disposition wird vermutet, da in vielen Fällen Eltern, Geschwister und Verwandte ebenfalls betroffen sind.

Da bei etwa der Hälfte der untersuchten "ADHS" - Patienten eine genetisch bedingte Anormalität der neuronalen Signalverarbeitung im Gehirn festgestellt werden konnte, vermuten Mediziner und Psychologen, dass der normale neuronale Regelkreis, der nur durch das optimale Zusammenwirken von speziellen Botenstoffen funktionieren kann, durch einen genetischen Defekt gestört ist. Im Gegensatz zu diesem neurobiologischen Erklärungsmodell, steht die Annahme, dass auch psychosoziale Faktoren diesen Regelkreislauf durch die stressbedingte Ausschüttung von Botenstoffen beeinflussen können.

Diagnose
Derzeit gibt es keine unstrittigen biologischen Kennwerte wodurch "ADHS" - Patienten von nicht - "ADHS" - Patienten eindeutig unterschieden werden können. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Diagnose von "ADHS", denn die beschriebenen Symptome treten auch als völlig normale Erscheinungen in den Entwicklungsphasen des Vorschulalters auf. So konnten in einer Studie einzelne Symptome bei bis zu 31 Prozent der untersuchten Jungen festgestellt werden.

Zur systematisierten Diagnose "ADHS" gelten derzeit aus Beobachtungen gewonnene Kriterien zu Verhaltensauffälligkeiten, die nach dem DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) beziehungsweise dem ICD (Internationale Klassifikation der Krankheiten) festgelegt wurden. Nach diesen Klassifizierungssystemen werden auch andere psychologische Störungen als Krankheitsbilder ein- und zugeordnet .

Zur Ermittlung der Verhaltensauffälligkeiten werden unterschiedliche Verfahren, wie Befragungen von Eltern, Lehrern und Erziehern zu Verhaltensauffälligkeiten, neurologische Untersuchungen (Hirnstrommessung), Verhaltensbeobachtungen durch Psychologen sowie verschiedene Intelligenz- Konzentrations- und Reaktionstests durchgeführt.

Therapie
Die Hauptziele einer Behandlung sind das jeweilig vorhandene intellektuelle und kreative Potenzial von "ADHS" -Patienten auszuschöpfen, die sozialen Fähigkeiten auszubauen sowie die beschriebenen Symptome zu lindern beziehungsweise im Idealfall komplett zu beseitigen.