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Gesundheit im Klimawandel

Durch die milderen Temperaturen entfällt mittlerweile die klassische Winterstarre der Zecken. Nur bei unter sieben Grad Celsius ist man vor ihnen sicher. Bislang ging vor allem in den Sommermonaten Gefahr von Zecken aus, die, durch ihren Biss eine bestimmte Bakterien-Art (Borrelia burgdorferi) übertragen können und damit die Lyme-Krankheit (oder Lyme-Borreliose) oder die durch das FSME-Virus ausgelöste Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) übertragen können. Vor allem bei FSME haben sich die Risikogebiete in den letzten zehn Jahren etwa 100 Kilometer nach Norden geschoben. Einen Einfluss des Klimawandels auf diese Phänomene schließt das Robert-Koch-Institut nicht aus, doch geklärt ist dies noch nicht.

Aggressive Auwaldzecken
Immer wieder werden auch Stiche durch Auwaldzecken in Deutschland dokumentiert, vor allem in Berlin und Brandenburg. Hier handelt es sich um eine in Deutschland weniger bekannte Zeckenart, die gefährliche Krankheiten wie Fleckfieber übertragen kann. Die Auwaldzecke ist aggressiv, lauffreudig und sucht sich ihre Beute aktiv. Ihr Lebensraum war bislang südlicher angesiedelt (Österreich, Norditalien). Ihre erfolgreiche Einschleppung nach Norden (unter anderem im Raum Frankfurt, Leipzig, Tübingen) wird ebenfalls in Zusammenhang mit dem Klimawandel diskutiert.

Eingeschleppte Mücken finden in Zukunft gute Lebensbedingung vor

Daneben spielen importierte Infektionen von Tropenkrankheiten eine größere Rolle. Durch die globalisierte Wirtschaft und den weltweiten Tourismus können sich Überträger verbreiten. So können Touristen zum Beispiel infizierte Mücken einschleppen. In Mitteleuropa finden diese möglicherweise mit Malaria, Dengue-Viren oder Chikungunya-Viren infizierten Mücken dann Lebensbedingungen vor, die zu ihnen passen - entscheidend ist auch hier vor allem der Temperaturanstieg. Das Robert-Koch-Institut nennt 600 bis 1000 importierte Malariafälle pro Jahr.

Malariaepidemie unwahrscheinlich
Zunehmend beobachtet das RKI auch importierte Infektionen durch Dengueviren und durch Chikungunya-Viren. Letzterer Erreger wird durch Aedes-Mücken (zum Beispiel die Asiatische Tigermücke) übertragen. Das Vorkommen von Aedes-Mücken war bislang auf tropische Länder begrenzt, seit Sommer 2007 werden sie auch nördlich der Alpen beobachtet. In Norditalien gab es 2007 einen lang andauernden Chikungunya-Ausbruch (fast 200 Erkrankte). Bei einer Chikungunya-Infektion kommt es zu hohem Fieber mit Gelenkschmerzen und -steife.

Eine Malaria-Epidemie in Deutschland wird nicht erwartet, da neben dem Temperaturanstieg eine weitere Bedingung - ausreichend Feuchtgebiete zur Brut - in Mitteleuropa weitgehend nicht (mehr) vorhanden ist. Doch insgesamt kann der fortschreitende Klimawandel die Gefahr für Tropenkrankheiten in Südeuropa durchaus erhöhen.